Rechenschaftsbericht für das Jahr 2009 des
1. Vorsitzenden Karl-Heinz Firsching auf der Jahreshauptversammlung 2010




Liebe Tierfreunde,

meine Ausführungen zur Situation unseres Tierschutzvereins möchte ich mit einem Dank an alle Tierfreundinnen und Tierfreunde beginnen, weil wir nur durch IHRE tätige und finanzielle Hilfe überhaupt in der Lage sind, unsere satzungsgemäßen Aufgaben als Tierschutzverein Traunstein und Umgebung e.V. zu erfüllen, kurzum: Tieren in Not zu helfen.


Mein Dank geht an den Tierheimleiter Jörg Oppermann und sein Team, die unter oft schwierigsten Bedingungen alles versuchen, Tiere aufzunehmen, „aufzupäppeln“ und zu pflegen. Dank ihres Einsatzes ist es auch 2009 wieder gelungen, eine Vielzahl von Tieren erfolgreich an Tierfreunde zu vermitteln und ihnen dadurch einen längeren Aufenthalt im Tierheim zu ersparen.

Auch Gemeinden, Städten, Polizei und Behörden gilt mein Dank für ihre Unterstützung unseres Tierheimes. Danken möchte ich dem Veterinäramt und seinem Leiter Dr. Lenze für unbürokratische und vertrauensvolle Zusammenarbeit – zum Wohle unserer Tiere.

Dankbar erwähnen möchte ich die Aktivitäten der „Außenstelle“ Altenmarkt, allen voran Frau Dietl und ihre fleißigen Helfer.

Es gibt Erfreuliches und Ermutigendes zu berichten:
Der Tag der offenen Türe 2009 verlief sehr positiv. Bei diesmal gutem Wetter kamen wieder viele Besucher nach Trenkmoos und belohnten die tagelangen Vorbereitungen vieler fleißiger Hände des Tierheimes.


Ebenso erfolgreich waren der Christkindlmarkt und der Adventsnachmittag im Tierheim.

Alle drei Veranstaltungen brachten wieder etliche Spenden in die Kassen unseres Vereins.

Ganz besonders dankbar ist der Tierschutzverein für die großzügige Spende der Unterforsthuber-Stiftung. Sie hilft uns sehr, immer wieder neu entstehende Kosten zu begleichen.
Großzügig zeigte sich auch ein Tierfreund, der ungenannt bleiben möchte, als er von unseren Problemen mit dem überalterten Tierheim-Pkw hörte. Die Abwrackprämie traf für den e.V. nicht zu und so sponserte er den Kauf des neuen Pkw. Beide letztgenannten Spenden stimmen hoffnungsvoll!



Auch weniger Erfreuliches gehört in diesen Bericht:
Eine von der Gemeinde Schnaitsee, wegen einer Beißattacke eingewiesene Rottweilerhündin, versprach zunächst positive Verhaltensänderungen, verletzte dann aber wieder einen Pensionshund schwer. Sie konnte schließlich mit Genehmigung des Amtstierartzes einem Verein für Kampfhunde übergeben werden.

Tödlich endete die Absicht eines „Tierliebhabers“, eine Fundkatze in Trenkmoos abzugeben. Er deponierte sie in einem mit Paketklebeband völlig abgedichteten Karton vor dem Tierheim. Das Tier erstickte qualvoll.



2 Papageien, die auch aufgrund schlechter Haltungsbedingungen krank waren und sind, wurden vom Tierheim übernommen. Sie verursachen hohe Tierarztkosten.



Im vergangenen Jahr waren die tatsächlichen Kosten bei Pauschalabrechnungen für Fundtiere mit den Gemeinden erstmals größer als die Einnahmen durch die Pauschalen. Darüber muss mit den entsprechenden Gemeindeverwaltungen gesprochen werden.

Starke Niederschläge Mitte letzten Jahres führten zu Hochwasser im Tierheim mit hohen Folgeschäden und entsprechenden Aufräumarbeiten.



Ein weiteres Loch in die Kasse reißt die Verpflichtung zum Kanalanschluss unseres Tierheimes. Der Kostenvoranschlag liegt bei 72.000 Euro, das Landratsamt hat sich aber erfreulicherweise bereiterklärt, in Vorkasse zu gehen und voraussichtlich (noch nicht sicher) einen größeren Teil der Kosten zu übernehmen, wenn sich der Tierschutzverein selbst ebenfalls um Geld bemüht. Der Rest, ca. 40.000 Euro bis 50.000 Euro, darf dann in Raten abgezahlt werden.
Ein Spendenaufruf brachte bereits erste Erfolge. Zusätzlich werden wir auch noch bei den Gemeinden und Städten unseres Landkreises um Zuschüsse bitten.



Sorgen bereitet die 25 Jahre alte Heizung, die immer wieder hohe Reparaturkosten verursacht. Jetzt sollen Kostenvoranschläge eingeholt und die Erneuerung in Angriff genommen werden.

Anfragen gab es wiederholt zum Thema Weidehaltung von landwirtschaftlichen Nutztieren. Es gab Beschwerden bzgl. Wasserversorgung und fehlendem Schutz vor Sonne und Regen. Grundsätzlich ist festzustellen, dass Rinder bei Dauerregen, Kälte um 0°C und starkem Wind eine Schutzmöglichkeit haben müssen. Bei großer Hitze müssen die Tiere Schattenplätze aufsuchen können – und Rinder können einen Sonnenbrand bekommen. Der um das Wohl seiner Tiere besorgte Landwirt ist mit ihrem Verhalten vertraut und trägt dem Rechnung - auch aus finanziellen Gründen. Doch es gibt auch immer wieder schwarze Schafe und die gilt es anzuprangern.

Zum Abschluss möchte ich auf die Mitgliedersituation hinweisen. Wie bereits im Vorjahr sinkt die Zahl kontinuierlich, Überalterung und Tod sind Hauptgründe, die Zahl der Neumitglieder kann die Verluste nicht ausgleichen.
Daher mein Appell an alle Tierfreunde, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Tiere nicht zu vergessen und durch die Mitgliedschaft im Tierschutzverein Traunstein und Umgebung e.V., durch Spenden und aktiven Einsatz den Tierschutz voranzutreiben.

Es besteht die große Sorge, dass der Verein das Tierheim in seiner jetzigen Form in etlichen Jahren nicht mehr betreiben kann, da bereits jetzt die jährlich entstehenden Kosten nur noch aus den zur Neige gehenden Rücklagen bestritten werden müssen.

Zum Schluss noch eine Aussage von Christian Morgenstern, die weiterhin gilt:

Ganze Weltalter von Liebe werden notwendig sein,
um den Tieren ihre Dienste und Verdienste zu vergelten

Karl-Heinz Firsching, 1. Vorsitzender




Tierschutzverein Traunstein u.U. e.V. · »Impressum · »Kontakt · »Anfahrt