Archiv für »Unsere Tiere«

Fritzi aus dem Tierheim Trenkmoos

Am 6. Januar 2010 durfte ich Fritzi, Jahrgang 2009, schwarz, mit weißem Halsfleck und bernsteinfarbenen Augen, im Tierheim Trenkmoos abholen. Er war äußerst scheu und ängstlich und konnte nur mühsam mit Hilfe eines Keschers eingefangen werden.

Fritzi noch im Tierheim Trenkmoos

Die ersten Tage verbrachte er in meinem Regal hinter den Büchern oder in der Tasche, in der ich ihn nach Hause gebracht hatte. Nachts fraß er und spielte stundenlang im Wohnzimmer mit seinen Spielsachen. Sobald er mir begegnete, wurden seine Augen tellergroß und zeigten panische Angst. Wenn er tagsüber durchs Zimmer lief, war von seinen Beinen nichts zu sehen.
Allmählich durfte ich tagsüber mit ihm spielen, auf ihn zugehen oder gar der Versuch, ihn anzufassen, scheiterten stets. Sobald es nur an der Tür klingelte, Besuch kam oder ihn sonst irgendetwas in Angst versetzte, verschwand er im Schlafzimmer auf meinem Kleiderschrank
Ich beobachtete von Anfang an, dass Fritzi, sobald er draußen eine der beiden Nachbarskatzen sah, in Verzückung geriet, gurrte und von Fenster zu Fenster lief. Da ich mittlerweile daran zweifelte, dass er sich jemals streicheln lassen würde, wollte ich ihm zumindest den Kontakt zu einem Artgenossen ermöglichen.
Also machte ich mich im März auf die Suche nach einem zweiten, etwa gleichaltrigen Kater. Im Freilassinger Tierheim fand ich einen: Agricola (ehemals Rocky), ein weiß-roter kastrierter Kater und - wie sich bald herausstelllte – ein ziemlich robustes und aufgedrehtes Gegenbild zu meinem zarten Fritzi.
Die erste Begrüßung war herzlich, die beiden spielten, bis Fritzi ganz plötzlich Angst bekam, sich auf dem Kleiderschrank verschanzte und nur noch schrie, sobald Agricola in seine Nähe kam. Das dauerte eine Nacht, einen langen Samstag und noch eine Nacht. Für mich eine schlimme Zeit, da ich fürchtete, dass Fritzi wider Erwarten doch unglücklich über den kleinen Kumpel war und ich andererseits es nicht übers Herz hätte bringen können, Agricola wieder ins Tierheim zurück zu fahren.

Am Sonntagmorgen dann aber kletterte Fritzi von seinem Schrank herunter und forderte Agricola zum Spielen auf. Seitdem sind die beiden beste Freunde, machen Unsinn am liebsten gemeinsam und schlafen aneinander geschmiegt Arm in Arm.

Fritzi beim Kuscheln mit Agricola

Seit April, 4 Monate also, nachdem er zu mir gekommen war, lässt Fritzi sich streicheln. Das erste Schnurren aber hörte ich von ihm, als er mit Agricola auf meinem Lieblingssessel kuschelte und dieser ihm im Schlaf seine Hinterfüße ins Gesicht streckte…

Nachdem Agricolas Schnupfen, den er aus dem Tierheim mitgebracht hatte, einigermaßen auskuriert und er geimpft war, durften die beiden Mitte April auch nach draußen.

Fritzi und Agricola beim Spielen im Freien

Obwohl ich sehr abgeschieden und idyllisch, kurz gesagt in einem wahren Katzenparadies lebe, habe ich seitdem große Sorgen.
Während Fritzi sich draußen sehr vorsichtig bewegt, wie eine ganz normale Katze das Leben genießt, Mäuse fängt und mittlerweile auch recht selbstbewusst sein neues Heim verteidigt, ist  Agricola immer auf der Suche nach Menschen und läuft regelrecht fanatisch jedem Nordic Walker hinterher, geht mit jedem Fremden mit. Und zwar nicht nur 100 m, sondern mehrere Kilometer weit! Wenn er dann erschöpft ist, steuert er das nächste Wohnhaus an und ist man dort freundlich zu ihm, bleibt er einfach da.
Bis jetzt haben seine Ausflüge immer ein gutes Ende gefunden, was zum einen daran liegt, dass ich ihn ohne sein Halsband mit Adresse und Telefonnummer morgens nicht aus dem Haus lasse und er zum anderen mittlerweile ziemlich bekannt ist und immer wieder „ein Taxi“ findet, das ihn zu mir zurück bringt.
Sollte jemand einen hilfreichen Tipp für mich haben, wie ich Agricola das Wandern abgewöhnen kann, wäre ich sehr dankbar. Er ist nämlich nicht nur meinem lieben Fritzi, sondern auch mir sehr schnell und fest ans Herz gewachsen.
M. Schuster

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Milchkammerhunde

Mitte Juli 2007 kam ein Hilferuf ans Tierheim, dass bei einer Kontrolle durch das Veterinäramt in einer Hundehaltung bei Obing völlig verwahrloste Hunde vorgefunden wurden - das waren wir, die sogenannten Milchkammerhunde. Unsere Behausung bestand aus ca. 6 Quadratmetern ohne Fenster. Wir waren alle sehr stark verfilzt und mit golfballgrossen Kotklumpen übersät. Am Tag darauf kam der Tierheimleiter Jörg Oppermann und seine Frau, befreite uns aus unser mißlichen Lage und brachte uns ins Tierheim, wo wir dann zuerst gleich vom Tierarzt angeschaut und erstversorgt wurden. Dann wurden wir alle der Reihe nach von unserem schlimmen Fell befreit und ordentlich gebadet - was für eine Wohltat! Jetzt konnte der Tierarzt uns auch richtig behandeln und dank der liebevollen Pflege im Tierheim erholten wir uns nach und nach und wurden fröhliche Hunde. Wir durften endlich draussen rumtoben, hatten viel Platz und eine saubere Unterkunft zum schlafen. Schön langsam mussten wir uns auch an eine Hundeleine gewöhnen, damit wir mit den Gassigehern mitgehen durften - das ist aber nicht so einfach, wie ihr euch das vielleicht vorstellt, da müssen wir nämlich immer dahin gehen wo die Gassigeher wollen. Manchmal versuchen wir auch, aus der Leine rauszuschlüpfen, um unsere eigenen Wege laufen zu können - ist aber ganz schön schwierig. Eine von uns bekam im Tierheim 4 Junge, drei Mädchen und einen Buben, die sind in der Zwischenzeit schon ganz schön gewachsen und haben sich zu ganz lustigen und freundlichen Hunden entwickelt. Einige von uns haben schon einen neuen Platz gefunden und auch wir hoffen, dass wir eine neue Familie finden. Im Tierheim geht es uns zwar sehr gut und wir sind auch gerne hier, aber eine eigene Familie ist halt doch noch schöner. In der Presse haben wir ganz schönen Wirbel gemacht und sehr viele Leute spendeten dem Tierheim Geld, um das Loch in der Kasse wieder zu stopfen, das wir gerissen haben. Dafür sind wir und die Leute vom Tierheim wirklich sehr dankbar. Sogar die Prominenz haben wir auf uns aufmerksam gemacht, Fritz Fischer, sehr erfolgreicher Biathlet und jetzt Trainer der Biathleten, war so von unseren vier Jungen angetan, dass er spontan die Patenschaft dafür übernahm.
Jetzt stellen wir Ihnen, liebe Leser, noch ein paar Bilder vor, damit Sie sehen können, wie wir ausgesehen haben und wie es uns jetzt geht.

Wenn Sie die Bilder größer sehen wollen, genügt ein einfacher Klick auf das Bild

wir sind schon im Tierheimauto und jetzt schon im Tierheim

- links: wir sind schon im Tierheimauto und warten auf die Abfahrt
- rechts: endlich Platz zum Laufen, frische Luft, Licht und Sonne

geschoren, gebadet und medizinisch versorgt Mama mit ihren 4 Jungen

- links: 14 Tage später, wir sind geschoren, gebadet und medizinisch versorgt

- rechts: 31.07.2007 - vier Neuankömmlinge mit der Hundemama

unsere Rasselbande die Rasselbande beim Toben

das Toben auf dem Tierheimgelände macht richtig Spaß

ein Mädchen links Simon, der einzige Junge

der Nachwuchs ist gerade ein paar Tage alt

wir sind fast 6 Wochen alt sind wir nicht hübsch

links: wir sind schon fast 6 Wochen alt und haben uns prächtig entwickelt

rechts: auch unsere Onkel und Tanten haben sich in der Zwischenzeit prima gemacht

Juhuuuu ich bin Roswitha wir haben einen Paten ! ich bin Simon

wir vier haben soviel Charme versprüht, dass Fritz Fischer und Johanna Huber sich total in uns verliebten und die Patenschaft für uns übernommen haben

unser Paten - Fritz Fischer und Johanna Huber

hier sind Fritz Fischer und Johanna Huber, unsere Paten

Fürs erste sagen wir jetzt mal servus und wenn wir wieder was zu erzählen haben, melden wir uns wieder.

So jetzt ist das Jahr 2007 fast vorbei und wir müssen wieder mal etwas von uns hören lassen. Die vier Kleinen haben alle einen Platz bekommen und noch einige andere von uns haben neue Familien gefunden. Wir anderen müssen immer noch lernen, richtig an der Leine zu gehen und was für uns ganz schlimm ist, wir müssen lernen, hie und da mal alleine zu bleiben - dabei haben wir immer noch Angst, dass Herrchen oder Frauchen womöglich nicht wiederkommt und wir wieder alleine einem ungewissen Schicksal ausgesetzt sind. Die vier jungen Rabauken haben ja dieses Gefühl des Alleineseins und nicht behätschelt und geliebt zu werden nie erfahren - Gott-sei-Dank - aber wir “Alten” müssen uns erst daran erst gewöhnen, dass die Normalität eine ganz andere ist, als die, die wir erfahren haben. Im Tierheim geht es uns sehr gut, wir dürfen jeden Tag raus und rumtoben, wer von uns die Leine schon akzeptiert darf auch schon spazieren gehen, wir bekommen regelmäßig supergutes Futter und wenn uns mal was zwickt, ist der Tierarzt gleich zur Stelle. Mit den anderen Hunden haben wir gut Freundschaft geschlossen und Besucher des Tierheims werden von uns mit lautem und freudigem Bellen begrüßt. Wir sind alle ganz lebenslustige Hunde geworden und dafür danken wir allen, die dazu beigetragen haben.

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Bobtailfreunde

Immer wieder kommt es zu schweren Vorwürfen, weil wir nicht an das Notfalltelefon gehen:

“Hallo - ist ja alles schön und gut. Sie stellen auf ihrer Seite einen Notfall vor, der dringend ein neues Zuhause sucht. Am Wochenende muss dann dieser Notfall auf eine Vermittlung verzichten. Wir haben am Samstag, leider nach ihren Öffnungszeiten, diese Mona auf ihrer Seite und unter Bobtailliebhaber.de als Notfall gefunden. Wir leben allerdings am Niederrhein und können so nicht bis zu ihren Öffnungszeiten warten. Wir würden der Mona gerne ein neues Zuhause geben, da unsere Bobtailhündin vor kurzem eingeschläfert werden musste. Bobtailerfahrung haben wir schon lange. Als wir am Samstag dann anrufen wollten, meldete sich nur ihr AB und verwies auf Ihre Öffnungszeiten und auf eine “Notfallnummer”. Diese Nummer ist allerdings ein Witz!!! Der Teilnehmer ist nicht erreichbar ist die Ansage die man dort nur bekommt!!!!!Frechheit, die armen Tiere so lange warten zu lassen!!!! Ein Bobtail ist so sensibel und kommt in einem Tierheim bestimmt nicht klar.Sind Sie überhaupt an einer Vermittlung von Tieren interessiert, oder sollen die Tiere nur Gelder einbringen, damit sie eine Daseinsberechtigung haben?”

Nun muss man sich einmal von der Vorstellung lösen, wir würden mit dem Bobtail verzweifelt am Strassenrand stehen, und käme innerhalb weniger Stunden kein Interessent …

Daher unsere Antwort:  Prinzipiell sind wir natürlich an einer Vermittlung unserer Tiere interessiert. Ihr Schreiben lässt mich allerdings daran zweifeln, dass wir einen gemeinsamen Nenner finden werden. Gerade f ü r unsere Tiere nehmen wir uns Zeit bei der Vermittlung und treffen auch eine genaue Auswahl. Wichtiger als eine vorschnelle Vermittlung ist mir ein Platz, an dem der Hund bleiben kann. Unser AB verweist in erster Linie darauf, dass man bitte eine Nachricht hinterlassen möge, dies haben sie leider nicht getan, daher war es mir aufgrund fehlender telepathischer Fähigkeiten nicht möglich Kenntnis von Ihrem Anruf zu erhalten. Da ich es absolut nicht für nötig halte mich, und die Vermittlungspraktiken des Tierheimes Traunstein vor Ihnen zu rechtfertigen, gehe ich nicht weiter auf Ihr bitterböses Schreiben ein, möglicherweise sind Sie ja wirklich sehr im Zeitdruck und Eile - was, wenn Ihnen Ihr Hund dereinst nicht fix genug ist, oder unsere Mona Ihren hohen Ansprüchen nicht genügt? Ein Hund, selbst ein Bobtail mag ob seines sensiblen Wesens unter Umständen gar nicht fertig werden mit solch subtiler Kritik, wie in Ihrer Mail angeklungen. Ich jedoch kann es und so setze ich, nicht zuletzt aus Gründen der Höflichkeit, eine Grußformel an das Ende dieser Mail - Herzlichst - Ihr Jörg Oppermann.

Nachdem hiermit jede Seite Ihren Standpunkt dargelegt hatte konnten wir uns wenige Tage später treffen, hatten ein wirklich nettes Gespräch und dass Mona kein neues Zuhause fand, lag eher an der Befürchtung, sie könne zum Jagen neigen. Die Moral und das Resumee dieser Geschichte:

1. Das Notfalltelefon funktioniert nur wenn keiner im Tierheim ist.

2. Wir vermitteln nicht um jeden Preis.

3. Manchmal muss man erst einmal den eigenen Standpunkt verdeutlichen, um am Schluss einen “wunderbaren Konsens” zu finden.4. der letzte Satz enthielt einen Insiderwitz

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