Archiv für »Tierheimleiter«

Manchmal trifft man seltsame Leute…

Kuerzlich war ich beim Tierarzt. Die Kastration einer Hündin stand an, als Operation doch etwas aufwändiger und so liess ich Hund und Tierarzt allein, nachdem erstere eingeschlafen war. Die Zeit der OP nutze ich hier um ein paar, vielleicht wichtige, Erläuterungen einzubringen. Normalerweise ist es auch bei Tierärzten steril und ruhig während einer OP und gerade Hunde powern sich selbst manchesmal so hoch, dass man sehr viel Narkotikum braucht um sie am schlafen zu halten.

Nachdem zeitlich das Ende der OP abzusehen war, gesellte ich mich zum Tierarzt, da der Warteraum und alle anderen Behandlungszimmer total voll waren.

Plötzlich riß jemand die Tür auf und ein Schlachtschiff durchteilte die bis dahin, sterile und ruhige Luft. Zwei Damen, selbstredend selbsternannte Tierschützerinnen, selbstverständlich die Tierliebe in keinster Weise durch Wissen getrübt, nach eigenem Bekunden die einzigen und wahren, die, neben denen der heilige Franziskus noch wie ein Metzger wirken würde.

Schützerin 1 war eher jung und wohl untergeordnet, Schützerin 2 fehlten zum Idealgewicht ca. 80 cm, das gab ihr Volumen, um die Frage: “…der Doktor schon meine Katze gemacht?” gleich durch die ganze Blindreit schallen zu lassen. Meine Bitte um Ruhe, da hier operiert werde, ignorierte sie. Es wurden diverse Anweisungen an Schützerin 1 gebellt, anschliessend wurde angekündigt man werde sich jetzt selbst um den Zahnstein der Katze kümmern.

“Rumms knall bumm ” Schranktüren wurden aufgerissen und wieder zugeschlagen, barsche Fragen an einen eingeschüchterten Tierarzt gestellt. Der Hund wurde nun ob des Lärmes langsam wach und begann zu winseln. Schützerin 2 sprang herbei und begann den Kopf des Tieres zu massieren. Vorerst bat ich höflich darum, dies sein zu lassen, da alles, was geeignet ist den Adrenalinausstoss anzuregen während einer Narkose, eher kontraproduktiv ist. Ich wurde ignoriert (was mich wirklich nicht per se stört) “Würden Sie bitte den Hund in Ruhe lassen” war mein zweiter Versuch. “Ich kenne mich mit Hunden und Tierschutz besser aus, als Sie in Ihrem ganzen Leben”, darauf konnte ich mir ein: “Und wie geschickt Sie das verbergen”, nicht verkneifen. “Wissen Sie überhaupt wieviele Hunde ich habe?”, “nein und ehrlich gesagt möchte ich es auch gar nicht wissen”. Wieder sie: “mehr als zwanzig”. “Das ist nichts worauf Sie stolz sein müssen” und wieder sie: “ich werde ja wohl den Hund beruhigen dürfen”. Ich: “Wissen Sie, belassen wir es einfach dabei, es ist mein Hund, und ich wünsche nicht, dass Sie Ihn betatschen und in der Narkose stören.” Damit gelang es mir, diese unschöne Situation zu beenden.

Direkt nachdem ich mit dem Hund im Auto war, bat ich dann Tobi per Telefon Erkundigungen über jene Dame einzuholen. Ergebnis: seit vielen Jahren schon hat die Schützerin Tierheimverbot - eigentlich schade, ich hätte es gerne ausgesprochen!

Leider ist es ist nicht das erste Mal, dass ich mit solchen Menschen zu tun habe, gerade München und sein Tierheim ist voll davon.

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Mobil, Festnetz und AB - alles klar???

Ganz ehrlich, das Tierheim steht, was die Bestrahlung durch die Mobilfunkbetreiber angeht, im Schatten. Kein Mensch glaubt einem das, vielleicht kann sich das im 7. Jahr des dritten Jahrtausends auch keiner vorstellen.

Privat trifft uns das genauso. Für den Fall, dass ich mich nicht gerade auf der dritten Treppenstufe nach oben, ganz in der linken Ecke halte, habe ich keinen Handyempfang. Jeder aus unserer Verwandt- und Bekanntschaft weiß das, keiner glaubt es -. Ein Jeder aus unserer Verwandt-und Bekanntschaft betritt die Wohnung, zückt sein Mobiles und läuft - das Ding am ausgestreckten Arm vor sich herhaltend - “das gibt es gar nicht, kein Empfang” vor sich hermurmelnd, durch die Wohnung. Die Frage “und wie sieht es mit einem anderen Netz aus” verliert bei der zwanzigsten Wiederholung (Mein Antwortwitz “ja, gibt es denn so etwas”) im übrigen auch.

Doch wieder zum Tierheim. Das Festnetztelefon läutete heute vormittag ca. 20 Mal, der Anrufbeantworter tat seine Pflicht und kam ca. 20 mal bis zu der Stelle “… können Sie eine Nachricht hinterlassen”, dann legte die Gegenseite auf. Danach läutete das Diensthandy, direkt an der Wand hat es Empfang. Ich ging ran ” pfrz knack hie - knack krrz” “Hallo, ich kann Sie leider nicht verstehen, falls Sie mich hören…” “krz me - Name i - Basset (oder irgend ein Tier mit langen Ohren)i - v h krz”. Es war kein Dialekt, nur eben sehr abgehackt. So ging ich zu der Stelle im Eingangsbereich, an der der beste Emprang ist und sprach sehr langsam und deutlich: “Ich kann Sie leider nicht verstehen, bitte rufen Sie im Tierheim an und sprechen Sie auf den Anrufbeantworter”. ” De(s) hui(ft) mer a (n)ix”. Dann brach die Verbindung komplett ab.

Darum hier noch einmal meine Bitte:

Der Anrufbeantworter ist da, es verursacht uns keine Extrakosten, wenn Sie uns eine Nachricht hinterlassen, bitte sprechen Sie darauf es heisst ja nicht umsonst: “Sie können uns eine Nachricht hinterlassen”

B i t t e h i n t e r l a s s e n S i e I h r e N a c h r i c h t

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Tierkontrollen…

So manch einer mag sich denken, ein Tierheimleiter erlebt viel mit dem ganzen Getier im Tierheim, doch sind die Erlebnisse nicht auf die Tiere beschränkt. Zu meinen Aufgaben gehört es auch, die Plätze zu kontrollieren, an die wir oder andere Tierheime etwas vermittelt haben.

So war ich eines Abends wieder unterwegs, ewig lang auf der Landstrasse (würde FM4 im Autoradio Truckstop spielen, ich hätte an mir das Karo-Flanellhemd vermutet). Nach mehreren Feldwegen war ich dann in dem Stadium der Suche, dass ich in konzentrischen Kreisen das gesuchte Haus umrundete, ohne die Hausnummer zu finden. Ich rief die Katzenbesitzer in spe an und liess mir den Weg beschreiben. Ich hatte schon am Telefon die Vermutung etwas zu stören, denn die Dame des Hauses eröffnete mir, sie hätte heute gar nicht mit mir gerechnet. Dies erstaunte mich, meist können es die Neu-katzenfutterdosenöffner überhaupt nicht erwarten.

Die junge Frau empfing mich sehr freundlich an der Haustür und war dann doch sehr glücklich über die Katze. Sie sprach langsam und deutlich, ich hatte schon die Befürchtung sie hielte Menschen, die am Abend Katzen ausfahren, grundsätzlich für begriffsstutzig, ihre Fröhlichkeit und das freundliche Wesen hielten mich davon ab, ihr zu erklären, dass ich deutsch auch in Normalgeschwindigkeit verstehe.

Ich erhielt die ganz grosse, umfassende Führung durch die Wohnung, viele Reggaeposter, Tupac, Nirvana, zwischendurch kam noch kurz ihr Mann und fragte: “Wollen Sie etwas zum trinken? Tee oder Wasser oder so” - “Nein danke” - ” Alkohol?” - “?”

Die Wohnung war prinzipiell bestens geeignet für die Katze und ich denke die Katze würde ihre neuen Dosenöffner schon akzeptieren, da wollte die Dame des Hauses mir unbedingt noch den Balkon zeigen, der eine extra Leiter für die Katze hatte. Und nicht nur das, auf dem Tisch eine Kerze, Aschenbescher und daneben, sorgfältig gelöscht, eine seltsam riechende, konisch-selbstgedrehte� Zigarette.

Auch die Dame des Hauses bemerkte meinen Blick. Verlegen lächelnd meinte sie gelesen zu haben, dass Katzen Hanfprodukte 10mal langsamer abbauen als der Mensch…

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, die Katze durfte dort bleiben, und falls irgendwer in grün und offizieller Funktion dies liest: Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern wer und wo das war, obwohl ich vom grübeln schon Sorgenfalten habe!

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