Archiv für Februar 2007

Manchmal trifft man seltsame Leute…

Kuerzlich war ich beim Tierarzt. Die Kastration einer Hündin stand an, als Operation doch etwas aufwändiger und so liess ich Hund und Tierarzt allein, nachdem erstere eingeschlafen war. Die Zeit der OP nutze ich hier um ein paar, vielleicht wichtige, Erläuterungen einzubringen. Normalerweise ist es auch bei Tierärzten steril und ruhig während einer OP und gerade Hunde powern sich selbst manchesmal so hoch, dass man sehr viel Narkotikum braucht um sie am schlafen zu halten.

Nachdem zeitlich das Ende der OP abzusehen war, gesellte ich mich zum Tierarzt, da der Warteraum und alle anderen Behandlungszimmer total voll waren.

Plötzlich riß jemand die Tür auf und ein Schlachtschiff durchteilte die bis dahin, sterile und ruhige Luft. Zwei Damen, selbstredend selbsternannte Tierschützerinnen, selbstverständlich die Tierliebe in keinster Weise durch Wissen getrübt, nach eigenem Bekunden die einzigen und wahren, die, neben denen der heilige Franziskus noch wie ein Metzger wirken würde.

Schützerin 1 war eher jung und wohl untergeordnet, Schützerin 2 fehlten zum Idealgewicht ca. 80 cm, das gab ihr Volumen, um die Frage: “…der Doktor schon meine Katze gemacht?” gleich durch die ganze Blindreit schallen zu lassen. Meine Bitte um Ruhe, da hier operiert werde, ignorierte sie. Es wurden diverse Anweisungen an Schützerin 1 gebellt, anschliessend wurde angekündigt man werde sich jetzt selbst um den Zahnstein der Katze kümmern.

“Rumms knall bumm ” Schranktüren wurden aufgerissen und wieder zugeschlagen, barsche Fragen an einen eingeschüchterten Tierarzt gestellt. Der Hund wurde nun ob des Lärmes langsam wach und begann zu winseln. Schützerin 2 sprang herbei und begann den Kopf des Tieres zu massieren. Vorerst bat ich höflich darum, dies sein zu lassen, da alles, was geeignet ist den Adrenalinausstoss anzuregen während einer Narkose, eher kontraproduktiv ist. Ich wurde ignoriert (was mich wirklich nicht per se stört) “Würden Sie bitte den Hund in Ruhe lassen” war mein zweiter Versuch. “Ich kenne mich mit Hunden und Tierschutz besser aus, als Sie in Ihrem ganzen Leben”, darauf konnte ich mir ein: “Und wie geschickt Sie das verbergen”, nicht verkneifen. “Wissen Sie überhaupt wieviele Hunde ich habe?”, “nein und ehrlich gesagt möchte ich es auch gar nicht wissen”. Wieder sie: “mehr als zwanzig”. “Das ist nichts worauf Sie stolz sein müssen” und wieder sie: “ich werde ja wohl den Hund beruhigen dürfen”. Ich: “Wissen Sie, belassen wir es einfach dabei, es ist mein Hund, und ich wünsche nicht, dass Sie Ihn betatschen und in der Narkose stören.” Damit gelang es mir, diese unschöne Situation zu beenden.

Direkt nachdem ich mit dem Hund im Auto war, bat ich dann Tobi per Telefon Erkundigungen über jene Dame einzuholen. Ergebnis: seit vielen Jahren schon hat die Schützerin Tierheimverbot - eigentlich schade, ich hätte es gerne ausgesprochen!

Leider ist es ist nicht das erste Mal, dass ich mit solchen Menschen zu tun habe, gerade München und sein Tierheim ist voll davon.

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